Tourismus – Pauschal-Tourismus – Torremolinos
An unserem letzten Morgen in Granada hatten wir dank der vorbestellten Karten mit der ersten Touristen-Welle in den Nasriden-Palast der Alhambra. Der Andrang ist so enorm (2 Mio. Besucher pro Jahr, nur im Vatikan noch mehr Besucher!), dass pro Tag nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern eingelassen wird. Wir hofften, am frühen Morgen dem Hauptansturm zu entgehen, mussten allerdings feststellen, dass es im Grunde egal ist, um welche Uhrzeit man die Alhambra besucht – es ist immer die Hölle los!
Es war trotzdem sehr beeindruckend, wenn auch nicht ganz so beschaulich und ruhig wie in der Mezquita.
Nach einer letzten Runde Tapas starteten wir dann zu unserer letzten Etappe nach Torremolinos.
Trotz der schönen und erlebnisreichen Tage in den vielen verschiedenen Städten freuten sich insbesondere unsere Füße auf eine Abkühlung im Meer und ein paar ruhige Tage!
An der Costa del Sol ist es allerdings ziemlich schwer, das Meer überhaupt zu Gesicht zu bekommen, denn der Blick wird meistens von Hotels und Ferienhäusern versperrt!
Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kamen wir dann um 17 Uhr in Torremolinos an. Nach dem Einchecken in unserem Hotel „Riu Nautilus“ waren wir noch mehr geschockt als nach unserem Einzug in unserem ersten „Pauschal-Hotel“ bei Cadiz! Regelungen wie z.B. „Abendessen in 2 Sitzungen“ und „Herren werden gebeten, lange Hosen zu tragen“ machten einen ziemlich spießigen Eindruck auf uns. Gerd hatte zum Glück die Hosenbeine seiner Trekkinghose dabei und konnte somit kurzfristig auf den kurzen „lange Hosen“ machen! Nach einem erfrischenden Bad in unserem Pool machten wir uns nach dem Abendessen (1. Sitzung – Einlass 19.00-19.30 Uhr – Tisch Nr. 157) zu einer ersten Erkundungsrunde auf. Wer in den 70/80-er Jahren in Rimini Urlaub gemacht hat, kennt auch „Torremolinos“:
Strandliegen und Sonnenschirme dicht gedrängt am Strand, dunkelbraun gebrannte Urlauber und eine Strandpromenade mit Bars, Restaurants, Spielhöllen, vielen Souvenirshops, Schuhläden und unglaublich schlechten Live-Bands in den verschiedenen Lokalen!!!
Auch unser Hotel wartet jeden Abend mit zweitklassigen Alleinunterhaltern auf. Die gute Nachricht: in unserem Hotel sind nur 60% der Gäste Deutsche (ist eigentlich noch jemand im Pott oder im Rheinischen? Die sind doch vermutlich alle hier). Der Haken ist allerdings, dass es sich bei dem Rest der Gäste hauptsächlich um holländische Pauschal-Urlauber handelt, die auch nicht besser sind als die Deutschen! Heute sind dann noch Wochenendurlauber dazu gekommen, was den Platz am Pool noch etwas verringerte. Die verschiedenen Nationalitäten kamen sich dadurch Näher. Es wurde hauptsächlich in Englisch kommuniziert: “I will throw your towel into the pool!”, “Kiss my ass, ashhole!!” Aber auch vertrautere Sprachen waren zu hören. “Du bist so a Oaschloch!”, sagte die Östereichische Frau zu ihrem Mann, nachdem er einen ihrer 3(!) Sonnenschirme an eine andere Familie abgab.
Blöderweise können wir auch nicht mehr „flüchten“, da wir unseren Fiat Bravo bei der Autovermietung abgegeben haben. Nach 2 Tagen haben wir uns der Umgebung aber schon angepasst: Wir liegen den ganzen Tag am Pool, lesen, schlafen, schwimmen eine Runde im Pool oder im Meer, bräunen bzw. „röten“ unsere Tapas-Bäuche und verbringen so die Zeit zwischen Frühstück und Abendessen!
Morgen geht unser Urlaub dann leider schon zu Ende. Es gäbe in Andalusien sicher noch viel zu sehen und zu erleben, aber wir freuen uns natürlich auch wieder auf zu Hause!
Der Alltag hat Gerd hier auch im Grunde schon ein wenig eingeholt, denn jedes Mal, wenn wir vor unserer Zimmer-Nr. „112“ stehen, muss er zwangsläufig kurz ans Geschäft denken!
Was wir aus unserem Spanien-Urlaub ansonsten noch mit nach Hause nehmen und auch wirklich jeder über Spanien wissen sollte:
- 90% der Schnellfahrer und Überholer fahren deutsche Autos (vorwiegend Audi, BMW, Mercedes und auch Opel!).
- In Spanien sollte man sich niemals ein komplett neues Auto kaufen, denn die Autos sind hier zu 95% verbeult oder verkratzt und die restlichen 5% sind offensichtlich nicht älter als 2 Wochen.
- In Spanien gibt es noch mehr Kreisverkehre als in Deutschland, allerdings ist die Verkehrsführung sehr viel komplizierter. Auch wenn der Kreisverkehr drei Spuren hat, so wird im Grunde nur die mittlere davon benutzt. Spurwechsel und Ausfahren aus dem Kreisverkehr findet meist ohne Blinken und recht spontan statt. Wenn man sich aber mal daran gewöhnt hat, fährt es sich eigentlich ganz entspannt!
- Spanier stehen offensichtlich auf “Bandas sonoras” (Hörbare Abbremsbänder) und riesige Abbrems-Huppel, die teilweise wirklich bis zu 20 cm hoch sind. Besonders gefährlich sind diese Huppel, wenn die ehemals rote Farbe weg ist und man diese deshalb erst im letzten Moment erkennt.
- Nach 22 Uhr gibt es am Kiosk kein Bier mehr sondern dann nur noch in den Bars.
- Mit Flip-Flops kommt man tatsächlich so ziemlich überall hin. Andere Schuhe sind eigentlich nicht nötig und werden spätestens nach 2 Tagen als unangenehm empfunden. Nachteil: Die Füße sehen auch nach mehrmaligen Duschen immer noch schmutzig aus.
Tapas y mas
Gestern Mittag sind wir in Granada angekommen. Nach einem kleinen Fußmarsch durch das Albaicin (altes maurisches Viertel unterhalb der Alhambra) haben wir die kleine Gasse, in der sich unser Hotel befindet, gefunden, nicht jedoch das Hotel! Von außen ist es so unscheinbar, dass wir gleich mal dran vorbei gelaufen sind. Zum Glück hat die Besitzerin des Hotels (Paula) unsere ratternden Reisetaschen gehört und uns hinterher gerufen! Von außen ist es sehr schlicht, aber von innen umso eindrucksvoller. Mit viel Liebe zum Details hat Paulas Familie dieses alte Haus renoviert und eingerichtet. Das Hotel hat nur 4 Zimmer und man wohnt hier in familiärer Atmosphäre.
Aber erst mal der Reihe nach:
Am Montag haben wir auf der Fahrt nach Ronda einige der berühmten “Pueblos blancos” (weiße Dörfer) im Hinterland von Andalusien besucht. Auf dem Weg durch die Berge der Sierra liegen zahlreiche, an die Hänge gequetschte weiße Dörfer mit engen Gassen. Einen Teil davon haben wir zu Fuß erkundet und vom Auto aus die tolle Landschaft bestaunt. Mittags sind wir dann in Ronda angekommen und haben dort unser “Luxus-Hotel” (Parador) bezogen. Diese vom Staat betriebenen 4-Sterne-Hotels findet man in ganz Spanien, meist in historischen Gebäuden. In unserem Fall handelt es sich um das alte Rathaus direkt neben einer 120 m hohen Brücke aus dem 18. Jahrhundert. Das Hotel liegt direkt an der Schlucht und um den Balkon unseres Zimmers betreten zu können, mussten wir definitiv schwindelfrei sein!
Den Rest des Tages haben entspannt im Hotel und in Ronda verbracht, da die Erkundung der Stadt erst für den nächsten Vormittag vorgesehen war. Wir sind dann am nächsten Morgen auch früh aus dem Bett gekommen und konnten somit der Mittagshitze entgehen. Am frühen Nachmittag sind wir aufgebrochen zu unserem letzten großen Ziel in Andalusien: Granada!
“Dank” einer Straßensperrung haben wir nicht die breit ausgebauten Hauptstraßen benutzt sondern eine kleine Straße durch das Hinterland genommen, die wesentlich mehr Kurven aufwies, als dies aus der Karte zu entnehmen war und ein wenig an einen kleinen Pass in den Dolomiten erinnerte – nur der Straßenbelag war wesentlich schlechter und stammte vermutlich auch aus der Zeit der Mauren! Das war vielleicht auch der Grund, warum uns auf den ca. 15 km kein einziges Auto entgegen kam.
Seit gestern Mittag erkunden wir nun Granada und genießen die letzten Tage bevor es noch zum Ausspannen ans Meer zurück geht. Diese Stadt ist auf jeden Fall ein Highlight (wie so vieles) unseres Urlaubs und in jeder der vielen, engen Gassen gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Gerade im Albaicin ist man im Grunde gezwungen, immer wieder neue Wege zu gehen, denn trotz Karte gelingt es uns einfach nicht, auf direktem Weg von “Punkt A” nach “Punkt B” zu kommen. Wir verlaufen uns ständig, was wir aber nicht als unangenehm empfinden und bis jetzt haben wir immer noch irgendwie dahin gefunden, wo wir hin wollten.
Von seiner Bikini-Figur kann man sich übrigens hier spätestens verabschieden (wir haben das schon vor ca. 2 Wochen gemacht), denn hier ist es üblich, dass zu jedem Getränk kostenlose Tapas gereicht werden – war für ein Service! Abends zieht man hier von Bar zu Bar trinkt etwas und genießt die leckeren Tapas.
Für Morgen haben wir noch Tickets für die Alhambra, die wir gleich am frühen Morgen besuchen werden, bevor es dann endgültig zu unserer letzten Station nach Torremolinos geht.
Wir haben uns übrigens gleich schon wieder an den spanischen Lebensrhythmus gewöhnt, denn in der Zeit von 14-19 Uhr kann man hier es ohnehin vergessen, durch die Stadt zu laufen und macht stattdessen lieber in einem kühlen Raum eine Siesta bzw. schreibt einen Beitrag für das Internet-Tagebuch! Jetzt werden wir noch ein bisschen auf unserer Dachterrasse den Ausblick auf die Alhambra genießen und sobald es etwas kühler wird, wieder losziehen, um uns durch die engen Gassen von Granada zu schlängeln.
Wir waren in England und fast in Afrika
Nachdem der gestrige Tag ganz nett, aber nicht unbedingt der Reißer war (Cadiz und Umgebung), war der heutige dafür umso schöner! Nach einem Strandspaziergang am frühen Morgen und einem FRÜH-Stück sind wir heute morgen nach Gibraltar gefahren, obwohl wir nicht sicher waren, ob sich der weite Weg (ca. eineinhalb Stunden Fahrtzeit) sich wirklich lohnen würde. Als wir jedoch kurz vor Gibraltar waren wussten wir sofort. dass der Weg nicht umsonst war. Von weitem konnte man schon den eindrucksvollen Felsen sehen und im Hintergrund die Küste von Afrika!
Wir haben das Auto in La Linea (noch Spanien) in einem Parkhaus abgestellt und sind dann zu Fuß über die Grenze und die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar spaziert. Bei jedem Start und jeder Landung wird diese Straße natürlich gesperrt und eine Kehrmaschine säubert die Piste. Schon nach wenigen Metern fühlt man sich wie in England:Es gibt Pubs, Doppeldecker-Busse und die typischen roten Telefonzellen. Die Einwohner sprechen Englisch, Spanisch oder beides wild durcheinander und sind sehr nett!
Mit einer Seilbahn (Cable Car) sind wir gleich mal direkt ganz nach oben auf den Felsen gefahren und haben dort die unglaubliche Aussicht genossen. Dank “Audio-Guide” (diese Teile sind echt super!) haben wir auch viel über die Geschichte von Gibtraltar erfahren. Anschließend haben wir eine große Tropfsteinhöhle besichtigt, die sogar als Veranstaltungsort für Konzerte und andere Aufführungen genutzt wird und auf dem Weg dorthin haben wir auch schon die ersten Berberaffen getroffen. Es gibt ca. 200 Stück davon und sie sind natürlich eine große Touristenattraktion. Man kann bis auf einen Meter oder sogar noch näher an sie heran, sollte aber alles gut festhalten, was nur annähernd nach etwas Essbarem aussieht! Wir konnten uns selbst live davon überzeugen, wie geschickt sie als Diebe sind (siehe Bilder!). Der Affe hat sich das Eis übrigens nicht am Kiosk gekauft…
Dann haben wir noch einen kleinen Teil der insgesamt 70 km langen Verteidigungs-Tunnels angeschaut, die schon seit dem 18. Jahrhundert bis zum Ende des zweiten Weltkriegs in den Felsen gebaut und gesprengt wurden.
Schon ein wenig erschöpft vom Marsch auf dem 426 m hohen Felsen haben wir dann die Heimreise angetreten. Wir standen dann vor Wahl, ob wir den traumhaften Strand von “Zahara de los Atunes” (Empfehlung von Nathalie uns Timo) oder die Stadt “Vejer de la Frontera” besuchen. Da wir selbst einen wunderschönen Strand am Hotel haben und es uns die kleinen Städtchen mit den verwinkelten Gassen sehr angetan haben, sind wir nach Vejer gefahren. Es ist ein wunderschönes, weißes Dorf mit einer sensationellen Sicht bis an die Küste und nach Afrika.
Nach diesem traumhaften Tag waren wir erst um 19.30 Uhr wieder am Hotel und haben uns dann noch im Pool und im Meer erfrischt und die etwas gerötete Haut (waren zu viel an der Sonne – trotz Sonnencreme!) abgekühlt. Um diese Uhzeit trifft man am Pool auch nur noch Spanier, da die ganzen Deutschen um diese Uhrzeit schon auf der Terrasse sitzen und sehnsüchtig auf das Buffet warten!
Nach Cerveza und Vino in der Hotelbar geht’s in Richtung Hotelzimmer, damit wir morgen auch wieder früh fit sind, um über die weißen Dörfer im Hinterland weiter nach Ronda zu fahren.
Die Hölle ist “Pauschal”…
…zumindest dachten wir das im ersten Moment!
Wenn man aus kleinen, beschaulichen Stadt-Hotels im Landesinneren von Andalusien in eine der zahlreichen “Pauschal-Urlaubs-Burgen” an die Küste kommt erlebt man jedenfalls wirklich erst mal einen Kultur-Schock!!!
Bisher hatten wir uns mehr oder weniger erfolgreich mit Spanisch und Englisch durchgeschlagen, in unserem TUI-Hotel in “Novo Sancti Petri” wurden wir jedoch schon an der Rezeption sofort auf Deutsch begrüßt. Total schockiert hat uns dann aber der nette ältere Herr mit “Adiletten”, der uns auf dem Gang mit einem fröhlichen “Mahlzeit” begrüßte!
Unser Hotel “Barossa Park” ist zu ca. 80% von deutschen Urlaubern bewohnt, was es uns leider sehr schwer macht, unsere wenigen Spanisch-Kenntnisse weiter zu verbessern.
In der ersten halben Stunde, in der wir das Hotel dann erkundeten, waren wir kurz davor, die Flucht zu ergreifen: unzählige Menschen auf Liegen, dicht gedrängt am Pool, die sie morgens schon mit Handtüchern reserviert hatten und die Hautfarbe dieser Urlauber bewegte sich zwischen knallrot und dunkelbraun und am Strand – soweit man sehen konnte – nur ein Hotel am anderen! Auch die Speisesaal-Atmosphäre mit hektischem Umtrieb am Buffet zwischen 19.00 und 21.30 Uhr war der krasse Gegensatz zu unseren entspannten Tapas-Bar-Besuchen nach 22 Uhr in den engen Gassen von Sevilla.
Inzwischen haben wir uns aber schon ganz gut “eingelebt” und uns wieder fast auf den deutschen Lebensrhythmus umgestellt. Aus den geplanten 2 Badetagen und einem Ausflugstag sind zwischenzeitlich 3 Ausflugstage geworden, an denen wir dann am späten Nachmittag noch eine Liege am Pool ergattern werden. Dem Trubel am Abend und den Shows kann man wunderbar auf unserem Balkon entfliehen, auf dem wir abends Vino Tinto und Cerveza genießen!
Im Großen und Ganzen kommt der Badestopp – wenn auch doch nicht ganz so ausgeprägt wie gedacht – doch ganz gelegen, da wir die Tage insgesamt etwas ruhiger angehen! Um also nicht ungerecht zu sein, muß man sagen: Das Hotel ist sehr schön, das Personal freundlich und das Essen (zu) lecker!
Gestern waren wir in Jerez de la Frontera, wo wir durch die Altstadt geschlendert sind und eine Führung durch die Sherry-Bodaga von Gonzalez-Byass (Tio Pepe) gemacht haben! In einer angenehm kleinen Gruppe (6 Personen) haben wir bei einer deutschsprachigen Führung alles Wichtige über Sherry, Brandy & Co. erfahren und viel über die Tradition der Bodegas im Sherry-Dreieck gelernt. (Heike S.: Das wär’ bestimmt auch was für Dich gewesen!!!) Die anschließende Sherry-Probe hat uns jedoch gezeigt, dass uns der traditionelle Bodensee-Wein doch sehr viel lieber ist!
Die Temperaturen sind hier übrigens wesentlich angenehmer, da immer ein kühler Wind vom Atlantik herweht – wir duschen jetzt nur noch 2 Mal pro Tag!
Heute und morgen wird unser Hotel der Ausgangspunkt für Tages-Ausflüge nach Cadiz und Gibraltar sein! Nach einem schönen Morgenspaziergang am noch leeren Strand und dem Frühstücksbuffet sind wir nun gerüstet für die Erkundung der Gegend um Cadiz.
Vamos a la Playa
Nach 3 wunderschönen, aber auch anstrengenden Tagen und Cordoba und Sevilla freuen wir uns jetzt doch auch auf ein gemütliches „in der Sonne liegen und nichts tun“!
Uns macht es nur etwas Angst, in ein so riesiges Pauschal-Hotel umzuziehen, da wir hier in Sevilla eine richtig nette, kleine aber feine Unterkunft – natürlich direkt im Stadtzentrum – hatten. Aber erst mal der Reihe nach:
Nachdem wir die kleinen Gassen von Cordoba erkundet hatte, haben wir den Sonntag Abend mit einem schönen Abend mit Tapas, Cerveza (Bier) und Sangria ausklingen lassen. Am Montag sind wir dann gleich morgens um 8.30 Uhr in die Mezquita gegangen. Von 8.30-10.00 Uhr ist der Eintritt noch frei und Reisegruppen dürfen noch nicht rein, so dass wir dieses riesige Bauwerk fast für uns allein hatten. Die Vermischung aus Moschee und Kathedrale (diese wurde in die Moschee nachträglich hineingebaut!) hat uns total fasziniert, Gerd hat dementsprechend viele Bilder gemacht und braucht wahrscheinlich nach unserem Urlaub mindestens nochmals 2 Wochen frei, um die ganzen Fotos zu sortieren und zu bearbeiten! Bine ist sicher, dass ich es noch schaffen werde, in zweieinhalb Wochen Andalusien mehr Bilder zu machen als in viereinhalb Wochen Neuseeland! Ich arbeite daran!!! Vorsicht – Einladungen, die nach unserem Urlaub folgen, könnten zu einem mehrstündigen Diavortrag „missbraucht“ werden!
Nach dem Besuch der Mezquita ging es dann weiter in Richtung Sevilla. Wegen einer defekten Toilettentüre wäre Bine fast auf einer Raststätte zurückgelassen worden! Sie wurde jedoch rechtzeitig „befreit“ und die Weiterfahrt verlief bis 200 m vor dem angesteuerten Parkhaus problemlos. Wir hatten jedoch Glück und trotz zu frühem Abbiegen fanden wir gleich auf der anderen Seite der Brücke ein weiteres Parkhaus!
Nach einem 15-minütigen Fußmarsch mit unserem Gepäck hatten wir unser Hotel Alminar in der autofreien Zone (nur 2 m breite Gasse) erreicht und waren wegen der Hitze schweißgebadet. Von der Empfangsdame Maria wurden wir herzlich begrüßt und nach einer Dusche fühlten wir uns auch wieder fit genug, um Sevilla zu erkunden.
Damit wir jetzt aber endlich nach Cadiz weiterfahren können, lassen wir lieber die Bilder sprechen…
Viel Spaß mit unserer Galerie und „Hasta luego“!!!
Jaen und Cordoba:
Sevilla:
In Cordoba angekommen
Nach einer kleinen Irrfahrt durch Cordoba sind wir endlich an unserem Hotel „El Conquistador“ angekommen. Ein paar Umleitungsschilder haben uns den Weg in die Innenstadt erschwert. Dem „Navi“ sei Dank haben wir es aber dann doch geschafft! Der Aufwand hat sich aber gelohnt, denn wenn man zu schnell aus der Hoteleingang rausläuft, rennt man gegen die Ostmauer der Mezquita! Zentraler geht es nicht…
Unseren Mietwagen (Fiat Bravo) haben wir gestern bei der unfreundlichen Europcar-Tante geholt und auch gleich problemlos aus Madrid herausgefunden (war aber auch nicht wirklich anspruchsvoll und das Navi hatten wir ja auch!). Den ursprünglich nach Toledo geplanten Abstecher haben wir gestrichen, da das sonst doch zu stressig geworden wäre. Nach 4 Std Fahrt haben wir dann unser erstes Ziel in Andalusien erreich, die Hacienda „La Laguna“ bei Baeza. Je näher wir kamen, desto mehr Olivenbäume wurden es. Die Hacienda liegt nämlich fernab des nächsten Dorfes inmitten von Olivenplantagen. Morgens hat man schon den Duft von Oliven in der Nase. 1/3 der Provinz Jaen ist mit Olivenbäumen bedeckt und es werden jedes Jahr 900 000 Tonnen Oliven geerntet. Allein in dieser Provinz erzeugt Spanien mehr Oliven als alle anderen EU-Staaten zusammen. Die Ernte dauert von Ende November bis Januar und senkt die Arbeitslosenquote auf 10%. Im Sommer liegt sie bei bis zu 45%. Andalusien ist – abgesehen von den Oliven – leider auch die ärmste Region Spaniens.
Nach einer „Siesta“ ging es nach Ubeda und Baeza. Inzwischen haben wir den spanischen Lebensrhythmus schon fast angenommen: früh aufstehen, bis um die Mittagszeit unterwegs und dann erst abends wieder auf die Straße. Dafür aber bis spät in die Nacht. Vor 21 Uhr trifft man nur wenig Leute auf der Straße und vor 22 Uhr geht keiner essen.
Ubeda und Baeza sind sehr schöne historische Städtchen, in denen es bis zum Abend viel zu sehen gab. Gestern war wohl auch ein sehr beliebter Tag für Hochzeiten – wir konnten gleich mehrere davon beobachten. Geheiratet wird meist am späten Abend (sogar erst um 20 Uhr) und mit sehr viel Lebensfreude! War toll, das live mitzuerleben, auch wenn wir leider nicht eingeladen waren ;o)
Heute Morgen ging’s dann in Richtung Cordoba. Obwohl die Reiseführer unterschiedlicher Meinung über die Stadt Jaen waren, beschlossen wir einen Abstecher dorthin zu machen. Die Entscheidung haben wir nicht bereut. Kaum Tourismus und eine nette Stadt mit einer sehr schönen Kathedrale. Vom Castillo de Santa Catalina hatten wir eine tolle Sicht über die Stadt, das von Olivenbäumen bedeckte Umland und die Berge. Weiter ging’s durch Olivenplantagen und immer mehr Sonnenblumenfelder nach Cordoba. Nach einem kleinen Stadtrundgang haben wir uns noch ein Bocadillo geholt und dann Siesta gemacht. Jetzt (18:30 Uhr) ziehen wir los, denn die Temperaturen gehen jetzt etwas zurück und die Sonne brennt nicht mehr so runter. Morgen wollen wir ganz früh noch in die Mezquita, denn große Reisegruppen kommen erst um 10 Uhr rein und wir wollen lieber noch die Ruhe vor dem Massentourismus genießen!
Abschied von Madrid
So, jetzt ist es soweit. Wir packen die Koffer und holen nach einem Frühstück unseren Mietwagen. Die letzten 2 Tage waren wunderschön, wenn auch strapaziös für unsere Füsse und um ehrlich zu sein, ist der Bedarf an Stadt für uns 2 Landeier erstmal gedeckt. Am Do haben wir einen Tag im Grünen gemacht und gestern war dann mehr Kultur angesagt.
Nach einer längeren Suche der gut versteckten Touri-Info (hier gabs dann aber gar nicht so viele Infos) stärkten wir uns bei einem Frühstück in einer der unzähligen Kneipen. Startpunkt war dann der botanische Garten, der uns ein wenig enttäuschte, da hier nichts blühte. Dass es auch anders geht, bewies der 1,4 km² große Retiro-Park. Vom vielen Laufen müde, machten wir auf ner Wiese am See erst mal Siesta. Der Vortag steckte uns noch ein wenig in den Knochen. Mit der uns inzwischen gut vertrauten Metro (wieso sind eigentlich nur die deutschen Fahrkartensysteme so kompliziert?) ging’s in Edelshopping-Viertel. Hier fand man entlang der Riesenbaustelle Prada, Gucci & Co. Ein Check unserer Reisekasse hielt uns jedoch von Shoppingattacken ab. Das Badetuch (€ 150.-) und die Flip-Flops (€ 200.-) waren zwar hübsch aber nicht in unserem Budget enthalten. Wegen akutem Fuß-Beine-Schmerz und Reizüberflutung verschoben wir den Pradobesuch auf den Kulturtag. Auf dem Heimweg besuchten wir noch mal den Bahnhof Atocha. Hier gibt es zwischen den Palmen einen Schildkrötenteich, in dem es weit über 100 Schildkröten hat (zählen war uns zu anstrengend, weil es so viele waren!). Wir hieleten bisher Schildkröten eher für langweilige Tiere, jedoch könnte man hier stundenlang verweilen. Am Bahnhof gibt es seit den Anschlägen übrigesn Kontrollen wie am Flughafen. Auf die Bahnsteige kommt man nur mit gültiger Fahrkarte. Teilweise sind diese deshalb auch gespentisch leer. Überhaupt sind sehr viel Polizisten und Security unterwegs.
Nach ner kleinen Siesta im Hotel gings zum Essen und einem gekühlten Cerveza in die Altstadt. Dort sind wir noch ein wenig durch die Gassen geschlendert und dann kaputt in’s Bett gefallen.
Gestern war dann Kultur angesagt:
Nach einem gemütlichen Frühstück ging’s zum “Palacio Real” und waren von dem Gebäude, der Einrichtung und den Kunstwerken einfach restlos begeistert. Wir haben zwar keine geführte Tour gemacht (hätte es nur auf Spanisch oder Englisch gegeben), dafür aber einen Audio-Guide auf Deutsch gemietet und das war auch wirklich super so!
Besonders beeindruckt hat uns Beide der Speisesaal, an dem an einer Tafel bis zu 140 Personen gleichzeitig Platz finden!!! Das wäre doch echt mal was für unsere Familienfeste mit der buckligen Verwandtschaft ;o)
Zum Glück waren wir noch früh dran, denn als wir um ca. 12.00 Uhr mit der Tour fertig waren, sind Horden von Touris und Schulklassen angerauscht gekommen! Danach ging es dann mit der Metro zur Casa de Campo, einem Naherholungsgebiet in Madrid. Dort kann man mit einer Seilbahn auf einen kleinen Hügel hinauffahren und hat einen wunderschönen Blick auf Madrid, insbesondere auch auf den Palacio Real und die Kathedrale.
Auf dem Hügel selbst war dann allerdings außer dem Geschrei des nicht weit entfernten Freizeitparks rein gar nichts geboten und so entschlossen wir uns nach kuzer Pause im Schatten (es ist wirklich unglaublich heiß hier!!) wieder runterzufahren und uns was zum Mittagessen zu suchen!
Es ging – wieder mit der Metro – zu einer Markthalle, die wir noch am Vorabend entdeckt hatten, die hatte aber gerade zugemacht, weil es schon nach 14 Uhr war – klar, Siesta! Nach einem gemütlichen Mittagessen mit Bocadillos ging es kurz zurück ins Hotel und dann stand das nächste Kultur-Evenet auf dem Programm: der Prado! Ab 18 Uhr hat man dort freien Eintritt und nachdem wir zwar unbedingt in den Prado wollten, von Kunst aber nicht wirklich viel verstehen, hatten wir uns überlegt, diesen kostenlosen Eintritt zu nutzen, um zumindest mal “da gewesen” zu sein. War sehr interessant und auch für Kunstbanausen wie uns einfach unglaublich beeindruckend (Gerd muss ja heute nur auf’s Knöpfchen drücken und macht Bilder – das alles zu malen wäre dann doch sehr viel mehr Arbeit). Allerdings war auch der Prado einfach riiieesig groß und die Füsse schmerzten wieder. In der Kirche neben dem Prado haben wir dann noch Kerzen angezündet bzw. LEDs angeknipst (siehe Foto – Bine hatte richtig viel Spaß mit den kleinen elektrischen Kerzen und hat gleich mal 6 EUR “verpulvert” bzw. “verknipst”- in der Kirche brennen dafür jetzt insgesamt 60 LED’s für Euch alle!).
Unser Plan, uns in der Markthalle (die ja mittags wegen Siesta zu hatte) mit frischem Obst und anderen Leckereien für das Abendessen einzudecken ging leider nicht ganz auf! Auch in Spanien macht man am Freitag gerne mal früher Feierabend… Nach längerer Suche fanden wir dann eine ganz nette Kneipe, die sich bei der Bestellung dann aber leider als “Döner-Bude” entpuppte! Uns hat der Falafel-Döner dann aber trotzdem richtig gut geschmeckt und außerdem ist es in Madrid auch gar nicht so leicht, eine Döner-Bude zu finden – anders als bei uns…
Nachdem wir den Trubel auf der Gran Via noch ein bisschen beobachtet haben sind wir dann wieder mal total kaputt ins Bett gefallen, besonders die Füße fühlten sich schon ziemlich tot an.
Jetzt geht es erst mal zum Frühstücken! Unser Spanisch hat sich übrigens soweit verbessert, dass wir “fast” fehlerfrei ein “Desayuno” (Frühstück) bestellen können!
Ankunft in Madrid
Pünktlich um 14:30 Uhr sind wir in Madrid gelandet. Mit der Metro ging es in unser Hotel Vincci Via 66. Sehr stylisch! Wir vermuten Heike S. aus S. war hier als Innenarchitekt tätig. Fotos folgen. Nach unserem ersten Erkundungsgang sind wir von der Stadt sehr angetan. Wir sind die kleine Dorfrunde vorbei an Palast, Prado, Placa Puerto del Sol, Bhf Atocha und Straßenstrich gelaufen. Trotz 39°C war es sehr entspannt. Jetzt um 0:00 Uhr haben wir immer noch 27°C. Nach einem Cerveza auf der Dachterrasse unseres Hotels sind wir jetzt bettreif….